Mammografie-Screening wird gut angenommen
Seit beginn des Jahres 2007 bezahlen die Krankenkassen das Mammografie-Screening.
Dies ist eine Reihenuntersuchung zur Früherkennung von
Brustkrebs. Dazu werden alle Frauen im Alter von 50 bis 69
Jahren, die noch keine Anzeichen von Brustkrebs haben, von
ihrer Krankenkasse regelmäßig alle zwei Jahre zur
Mammografie eingeladen.
Denn immer noch sieht es so aus, dass in 60 Prozent aller
Fälle die Geschwulst durch die eigene Tastuntersuchung
der Frauen entdeckt wird. Der Tastbefund kann aber erst dann
erfolgen, wenn der Tumor auf mehr als zwei Zentimeter angewachsen
ist. Doch damit sind die Heilungschancen rapide gesunken.
Würde man den Tumor hingegen erkennen, wenn er noch kleiner
als ein Zentimeter ist, wäre er zu 90 Prozent heilbar.
Mit systematischen und regelmäßigen Mammografien
hätte man die Chance, auch schon solch kleine Geschwulste
zu erkennen. Aus diesem Grunde haben sich jetzt alle gesetzlichen
Krankenkassen zu einer Kooperationsgemeinschaft Mammographie
zusammengetan. Diese Kooperationsgemeinschaft hat den gesetzlich
abgesicherten Auftrag, von den jeweiligen Meldeämtern
eine Auflistung aller Frauen in dem kritischen Alter von 50
bis 69 Jahren zu erbitten und sie zur Mammografie einzuladen.
Die ersten Trends: Von den angeschriebenen 1,4 Millionen
Frauen haben 770.00 bereits eine Mammografie durchführen
lassen (Zahlen vom Oktober 2007), also 55 Prozent. Das
ist für den Anfang sehr gut. Vorsorgeuntersuchungen werden
normalerweise viel weniger gut angenommen. Trotzdem wollen
wir diese Zahl steigern, erklärt Dr. Barbara Marnach,
Sprecherin der Kooperationsgemeinschaft Mammographie.
Das Screening verläuft nach europäischen Leitlinien.
Das bedeutet: Die Untersuchung und Befundung wird von qualifizierten
Ärztinnen und Ärzte durchgeführt. Die Mammografiebilder
werden von 2 unabhängigen Spezialisten begutachtet, und
sollte der Befund nicht übereinstimmen, noch zusätzlich
von einem so genannten besonders qualifizierten Obergutachter.
Alle am Screening Beteiligten werden regelmäßig
geschult und auf den neuesten Stand des Wissens gebracht.
Die Daten werden verschlüsselt und gespeichert.
Übrigens: Falls Sie noch nicht angeschrieben wurden,
liegt es vermutlich daran, dass an Ihrem Wohnort noch keine
so genannte Screening-Einheit erstellt worden ist. Insgesamt
89 dieser Screening-Einheiten sind bis Ende 2007 in ganz Deutschland
geplant. Das Versorgungsnetz in Deutschland ist aber noch
nicht vollständig.
Stand: 26.10.2007
Quelle:Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Autorin: Dr. Beatrice Wagner
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