Rückgang der Hormonersatztherapie führt zu Rückgang der Brustkrebsrate
Anfangs erschien es den Frauen wie ein Jungbrunnen: Wenn in den Wechseljahren die Produktion der Geschlechtshormone sinkt, müsse man diese einfach von außen ersetzen, und können damit die Alterserscheinungen aufhalten. Eine solche Verlockung war für viele Frauen ein Grund, die Hormonersatztherapie jahrelang anzuwenden. Immer wieder aber zeigten Studien, dass sich Östrogene, von außen zugeführt, nicht so verhalten, wie die selbst vom Körper produzierten Hormone. Zuletzt hat im Jahr 2002 die WHI-Studie (Women’s Health Initiative = Frauengesundheitsinitiative) mit mehr als 16.000 Frauen nahegelegt, dass die pauschale Einnahme von Hormonen in und nach den Wechseljahren nicht zu empfehlen ist. Dies kann nämlich Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßverschlüsse (Thrombosen) provozieren, vor allem, wenn in der Zeit der Hormonersatztherapie keine engmaschigen Kontrollen durchgeführt werden. In den letzten zehn Jahren ist die Hormonsatztherapie daher im Ansehen gesunken, und wird jetzt nur noch möglichst kurz und nur bei Vorliegen starker Wechseljahresbeschwerden empfohlen.
Nun berichten US-amerikanische Wissenschaftler, dass mit dem Rückgang der Hormonersatztherapie auch die Brustkrebsrate sinkt. Sie konnten dabei ausschließen, dass die Zahl der Brustkrebserkrankten etwas damit zu tun hat, ob sich mehr oder weniger Frauen regelmäßigen Mammographieuntersuchungen unterziehen.
Die Forscher gingen wie folgt vor: Sie analysierten die Daten von mehr als 603.000 Mammographieuntersuchungen, die in den Jahren 1997 bis 2003 bei Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren durchgeführt wurden. Für die Jahre 2000 bis 2003 ermittelten sie, dass der gefährliche schnell ( infiltrierend) wachsende Brustkrebs in dieser Zeit jährlich um 5 Prozent zurückging.
Weil die untersuchten Frauen alle am Mammographiescreening teilgenommen hatten (diese Reihenuntersuchungen gibt es in den USA schon länger), ist die Untersuchungshäufigkeit bei den Frauen also gleich groß. Damit muss es einen anderen Grund für den Rückgang der Brustkrebshäufigkeit geben. Weil insbesondere die Zahl der Tumoren sank, die östrogenabhängig wachsen, und außerdem in der gleichen Zeit auch die Verordnungen für Hormonersatzpräparate zurückgingen, sei hier ein Zusammenhang wahrscheinlich, so die Studienautoren.
Stand: 06.02.2008
Quelle: Journal of the National Cancer, Institute
Advance Access, published online on August 14, 2007
Autorin: Dr. Beatrice Wagner
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