Gefahr durch entzündlichen Brustkrebs: der stille Killer
Wir alle wissen: Sollten wir einen Knoten in unserer Brust ertasten, müssen wir sofort zum Arzt gehen. Aber wer weiß, dass man auch ohne einen tastbaren Knoten Brustkrebs haben kann? Die Rede ist von dem entzündlichen Brustkrebs (inflammatorisches Mamma-Ca, IBC). Dies ist eine seltene und heimtückische Version, die sogar dann droht, wenn die Untersuchung mit Mammographie und Ultraschall keinen auffälligen Befund ergibt.
Der entzündliche Brustkrebs ist der gefährlichste
aller Brustkrebsarten. Denn er wächst schnell und breitet
sich rasant in alle Richtungen aus, ohne sich an natürliche
Grenzen in Form von Gewebestrukturen zu halten. So kann man
ihn zu keinem Zeitpunkt als Knoten tasten oder erkennen. Dies
bedeutet auch: Wird er erkannt, weil er zum Beispiel Veränderungen
an der äußeren Haut hervorruft, ist er schon sehr
weit fortgeschritten. Den entzündlichen Brustkrebs entdeckt
man frühestens im
Brustkrebsstadium IIIb.
Wichtig ist deshalb, bei den kleinsten Anzeichen an der Brust, die auf diese Krebsform hindeuten, sofort zum Arzt zu gehen. Diese sind die folgenden: Hautrötung, Berührungsempfindlichkeit bis hin zu berührungslosem Schmerz und Schwellung. Sehr alarmierend ist auch die Zunahme der Brustgröße innerhalb eines kurzen Zeitraums (eine Körbchengröße innerhalb weniger Tage). Ebenso ein vermeintlicher „blauer Fleck“ (Hämatom), der gar nicht mehr verschwindet. Oder ein unstillbarer Juckreiz, der auch durch Salben oder ähnliches nicht therapierbar ist.
Oft wird leider zunächst falsch diagnostiziert. Die Symptome sind nämlich der einer Brustentzündung ähnlich und es wird ein Antibiotikum verschrieben. Wenn nach einer Woche keine Besserung der Symptome eintritt, sollte eine Biopsie (Gewebeentnahme) durchgeführt werden!
Mit der Therapie wird innerhalb weniger Tage nach Diagnosestellung begonnen. Man beginnt in der Regel mit einer sofortigen intensiven Chemotherapie, mit der die Krebszellen schon einmal eingedämmt werden sollen. Anschließend folgt eine Operation. Es befinden sich auch steckende neue Behandlungsschemata in der Entwicklung.
Stand: 12.02.2008
Quelle: Ana M. Gonzales-Angulo et al, „Trends for Inflammatory Breast Cancer: Is Survival Improving?“,
The Oncologist
Autorin: Dr. Beatrice Wagner
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