Yoga steigert Lebensqualität nach Brustkrebs
Yoga steigert das Wohlbefinden für Körper, Geist
und Seele. Das ist bekannt. Jetzt haben Forscher aus New
York herausgefunden, dass diese fernöstliche Methode,
Körper-, Atem- und Entspannungsübungen zu betreiben,
sich auch auf die Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen
auswirkt.
Für die Studie wählten die Ärzte aus einem
Krebszentrum 128 Frauen (42 Prozent Afroamerikanerinnen,
31 Prozent Lateinamerikanerinnen, 27 Prozent verschiedene
andere Nationen) aus, die an Brustkrebs erkrankt sind. 84
dieser Frauen wurden einer Yogagruppe zugeteilt, die restlichen
44 landeten auf der Warteliste, mit anderen Worten: Sie bildeten
eine Kontrollgruppe. Die Einteilung geschah zufällig.
Die Frauen in der Yogagruppe sollten einmal in der Woche
einen Yoga-Kurs besuchen, der eineinhalb Stunden dauerte.
Nach zwölf Wochen Kursdauer sollten sie Fragen beantworten.
Mit den Fragen wollten die Forscher das körperliche,
psychische und soziale Wohlbefinden der krebskranken Frauen
ergründen.
Dabei geht es im „körperlichen Wohlempfinden“ traditionell
um körperliche Beschwerden und Schmerzen. Das „psychische
Wohlempfinden“ umfasst Fragen nach der Stimmung und
Emotionen, so etwa, ob sich die Frauen froh oder schwermütig,
frisch oder matt fühlen. Bei den Fragen nach dem „sozialen
Wohlempfinden“ wird analysiert, ob die Fähigkeit
zur Erfüllung von sozialen Rollen vorhanden ist. Eine
wichtige Voraussetzung hierzu ist die Liebesfähigkeit.
Da nach einer Brustkrebstherapie das Eigenbild oft stark
beschädigt ist, kann es sein, dass die Liebesfähigkeit
leidet, was wiederum die soziale Gesundheit beeinträchtigt.
Seit etwa 20 Jahren wird in der Lebensqualitätsforschung
akzeptiert, dass es Menschen subjektiv besser geht, wenn
sie erfüllende Sozialkontakte haben.
Ein erstes Ergebnis der Studie: Mit Yoga kann das soziale
Wohlempfinden besser aufrechterhalten werden als ohne.
Bei einer zweiten Analyse wurden nur die Antworten der Frauen
(71) bewertet, die zur Zeit der Studie keine Chemotherapie
erhalten hatten. Hier zeigte sich, dass bei den Yogafrauen
im Vergleich zu den „Nichtyogis“ auch das körperliche
und psychische Wohlempfinden besser war. Wer Yoga machte,
war außerdem seltener verzweifelt.
Einen kleinen Wermutstropfen gab es trotzdem: 11 Frauen
(entspricht 13 Prozent) aus der Yogagruppe nahmen nicht an
dem Kurs teil. Es handelte sich dabei vor allem um Patientinnen
mit einem stärkeren Erschöpfungssyndrom ( Fatigue),
mit Antiöstrogen-Therapie, nach Radiotherapie und jüngere
Frauen. Hier wäre es zumindest bei einem Teil der Frauen
denkbar, dass sie nicht genügend Kraft für die
Yogaübungen besaßen.
Das Fazit der Forscher lautete trotzdem: Ein zwölfwöchiger
Yogakurs hatte einen günstigen Effekt auf das soziale
Funktionieren von Brustkrebspatientinnen. Unter jenen Patientinnen,
die keine Chemotherapie erhielten, verstärkte Yoga das
Wohlbefinden in zahlreichen Aspekten und konnte so die negativen
Einflüsse der Krankheit auf die Lebensqualität
mildern.
Stand: 25.3.2008
Quelle: Moadel AB et al.: Randomized controlled
trial of yoga among a multiethnic sample of breast cancer
patients: effects on quality of life. J Clin Oncol: 2007
Vol. 25 4387-95.
Autorin: Dr. Beatrice Wagner
|